Tausche grauen Alltag gegen grünes Glück

Im Westerwald finden nicht nur Wanderer, Wiskyliebhaber und Weitblicksucher ihr ganz persönliches Stück grünes Paradies.

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie viele Grüntöne es geben mag? Ich spreche hier nicht über die Frage, ob Ihnen die Farbe steht oder wie viele grüne Kleidungsstücke in ihrem Kleiderschrank hängen. Ich erinnere mich noch an den lustigen Ausspruch einer Tante, die mir früher einmal zur Farbe Grün folgenden bekannten Ausspruch erzählte: „Fräulein nehmen´se Grün, dat hebt!“. Da muss es wohl wirklich um die Modeempfehlung eines sogenannten Konfektionsgeschäfts gegangen sein, die dann zum geflügelten Ausspruch avancierte. Dass die Farbe Grün erhebend wirken soll, das kann ich gut nachvollziehen, denn in der Natur fühle ich mich auf besondere Weise befreit und versuche immer dieses Gefühl bei einem Waldspaziergang tief in mich aufzunehmen. Im Westerwald, dem östlich des Rheins gelegenen Mittelgebirge zwischen den beiden Ballungsräumen Köln-Bonn und Rhein-Mosel, scheinen Natur und die Farbe Grün aus dem Vollen schöpfen zu wollen. Eine Wohltat für die Sinne, die mich ganz schnell den hektischen Takt des Alltags in den Hintergrund rücken lässt. Hier sammle ich immer wieder, wenn ich es brauche, die Kraft der Jahreszeiten und natürlich auch unendliche Farbspiele in grün.

 


Flüssiger Bernstein, schwindende Berge und schwarzes Gold

Wo fängt man mit der Suche nach dem besonderen Grün an? Ausgiebige Wälder gehören zum Westerwald wie auch die bunten Wiesen und die sind nun mal alle grün. Aber es gibt besondere Fleckchen Erde, an welcher die Natur länger als anderswo gearbeitet hat und die zu ihren Meisterwerken zählen. Der WesterwaldSteig und der Natursteig Sieg als zwei Leuchttürme für Wanderbegeisterte, aber auch die Wäller Touren und die Erlebnisschleifen, die kleine wie größere Routen für Geübte und weniger Geübte bieten, durchlaufen und passieren immer wieder solche besonderen Naturjuwelen. Einstmals lagen die Schätze der Region unter der Erde. Eisenerze, Basalt und auch die hochwertigen Tonvorkommen prägten den Westerwald über Jahrhunderte. Der weithin sichtbare Förderturm der einstigen Grube Georg steht heute noch als Landmarke und stummer Zeuge an der Autobahn 3 und kündet von der reichen Bergbautradition. Der Basalt ist vulkanischen Ursprungs und wird hier sogar noch abgebaut. Im Tertiär-Industrieerlebnispark Stöffel unweit von Hachenburg und BadMarienberg bin ich jedes Mal über die Bedeutung des schwarzen Goldes, wie es gerne genannt wurde, beeindruckt. Stöffel ist der Name des Berges, wo vor über hundert Jahren der industrielle Basaltabbau begann und noch heutige mächtige Brechertürme von der steinharten Arbeit erzählen. In den Berg hat sich der Abbau hungrig hinein gefressen und im Laufe der Zeit hat der Stöffel an Höhe verloren. Diese Tatsache hat Steffi Klöckner von der benachbarten Birkenhof Brennerei in Nistertal zu ihrer Namensschöpfung für ihren ganz besonderen, Bernstein farbigen Whiskey inspiriert. „Fading Hill“ – schwindender Hügel, so heißt ihre meisterliche Brennspezialität. Im Stöffelpark liegen Vergangenheit und Vergängnis nahe beisammen. Die baulichen Relikte der Industrie und das weitläufige Abbaugelände versucht sich die Natur langsam zurück zu erobern. Pionierpflanzen wie Birken, Disteln, Brombeeren und viele andere mehr bringen das Grün zurück und heilen die von Menschenhand aufgebrochene Erde.

 

Statt Grün waren im Kannenbäckerland rund um Höhr-Grenzhausen die Farben bevorzugt graublau und braun. Die reichen Tonvorkommen ließen hier über viele Generationen das Keramikhandwerk erblühen. Wunderschöne und nützliche Gebrauchskeramik aus dem Kannenbäckerland aber auch rund um Breitscheid nahe Herborn gehörten im Westerwald, aber auch über die Grenzen hinweg in zahlreiche Haushalte. Noch heute kann ich meiner Lust an schöner, von Hand gemachter Töpferware, an künstlerischen Formen und traditionellen Mustern und Farben nachgehen und in der Fantasie und Kreativität ihrer Schöpfer schwelgen. Wer im Kannenbäckerland unterwegs ist, kann ohne ein schönes Stück Keramik nicht die Heimreise antreten.

 

Legendäre Plätze, magische Ausblicke und erhebende Gefühle

 

Waren die Schätze des Westerwaldes einst in der Erde zu finden, so funkeln sie heute doch im Sonnenschein, wenn Licht und Schatten durch das Laub der Buchenwälder fallen und schöne Muster auf die Wege zeichnen. Wie von Elfenhand verzaubert erscheint die Holzbachschlucht in Seck, unweit von Rennerod. Ein märchenhaftes Bachtal, wo Eisvogel, Wasseramsel und der seltene Schwarzstorch zu Hause sind. Magisch erscheinen die Plätze, wo sich Mythen und Legenden um seltsame Steinformationen ranken. Der Druidenstein, die Ketzersteine, der Welterstein und andere mehr haben schon immer die Fantasie der Menschen genährt. Hier verweile ich still und lasse die Natur auf mich wirken. Und zum Schluss steige ich hinauf auf den Bad Marienberger Hedwigsturm oder den Beulsturm, blicke vom Aussichtsplatz des Roßbacher Häubchens hoch über dem Wiedtal oder spüre die Gänsehaut zwischen Himmel und Erde auf dem Klettersteig am Hölderstein bei Puderbach. Wahrlich wunderbare grüne Ausblicke über eine Landschaft voller ungeahnter schöner Überraschungen. Meine Tante hatte doch Recht. Wir sollten viel mehr Grün in uns aufnehmen, denn es beschert uns erhebende Gefühle am Puls der Natur.


Ein Ziegenleben voller Zufriedenheit in Oberrod


Claudia Schäfer-Trumm hat sich mit der „Kleinen Fromagerie“ den Traum einer eigenen Ziegenkäserei erfüllt und lebt mit ihrer Familie ein Leben zwischen Tradition und Moderne

Für Claudia Schäfer-Trumm stand am Anfang die Liebe zu Frankreich, zu Ziegen und zum eigenen Käsemachen. So mancher hielt sie damals für verrückt, als die Personalchefin eines Hotels in Westerburg plötzlich in ihrer Heimatgemeinde Oberrod mit dem Halten einiger weißer Edelziegen vor über 10 Jahren begann. Sie hörte auf ihre innere Stimme, hielt unvermindert an ihrem Traum fest und arbeitete hart an der Verwirklichung. Die ganze Familie unterstützte sie dabei und so hat sich aus der scheinbar „fixen Idee“ von damals eine ansehnliche und weit über die heimischen Grenzen beachtete Ziegenkäsemanufaktur entwickelt. Aus anfänglich drei Ziegen ist die Herde nunmehr auf über 100 Tiere angewachsen. Claudia Schäfer-Trumm und ihr Mann Dirk erbauten einen neuen großen Stall und Heuschober und ernten zur Fütterung der Tiere auch das eigene Heu in unmittelbarer Nähe. Zuhause bieten Sie außergewöhnliche Käsekreationen an und erfindet immer wieder neue Rezepturen. Von Ziegenfrischkäse über Käse in der Art klassischer Fetas, Bries und Camemberts bis hin zu Schnittkäsen reicht ihr Repertoire. Sie würzt mit Kräutern und Gewürzen, mit Blüten, Nüssen, Steinpilzen, Trüffeln und feinen Destillaten. Einmal verführt der Ofenkäse in der Tannenrinde die Feinschmecker, ein anderes Mal zieht wunderbarer Duft von gerösteten Haselnüssen und Haselnussgeist in die Nase.

 

Für die beiden jungen Ziegendamen Erna und Elsa hat Landheimat eine Ziegenpatenschaft übernommen. Wir waren von den Oberroder Ziegen so begeistert, begleiten sie daher durch ihr glückliches Ziegenleben bei Claudia Schäfer-Trumm und berichten regelmäßig von ihnen und der Kleinen Fromagerie.

 

Regelmäßig werden in Oberrod schöne Käseverkostungsmenüs, unter anderem auch mit Weinen aus der Landheimat Vinothek im romantischen Ambiente des alten Bruchsteinhauses angeboten. Die Käsemenüabende der „Sinfonie der Sinne“ sind aufgrund reger Nachfrage nur mit Vorreservierung besuchbar. Empfohlen wird eine Übernachtung im nostalgisch eingerichteten Ferienhaus, wo sie je nach Verfügbarkeit auch auf Landheimat Matratzen nächtigen.

 

Gleichzeitig können Sie aber auch ein Landheimat-Käseversuchspaket über die Kleine Fromagerie bestellen. Geben Sie bei Bestellung in der Kleinen Fromagerie den Bonuscode LANDHEIMAT an und Sie erhalten auf den Einkauf des Probierpakets 10 % Rabatt.

 

 

www.kleine-fromagerie.de


Märchenhaftes Wandererlebnis und eine magisch gute Westerwälder Kaffeetafel

Die Holzbachschlucht zwischen Seck und Gemünden bietet besonderen Natur- und Kuchengenuss

Familie Schneider und der Hof Dapprich sind eng mit der Holzbachschlucht verbunden. Sie sind Eigentümer dieses rund ein Kilometer langen Naturjuwels, wo es bis zu 30 Meter tief hinab in das grüne Märchenreich des Holzbachs geht. Als hätten Riesen die schweren Basaltsteine gestreut und Elfen die lauschigen Winkel mit seltener Flora und Fauna verzaubert, erscheint die Schlucht den Wanderern wie aus einer verlorenen Zeit. Wer sich davon auf einer möglichen Rundstrecke satt gesehen hat, der sollte noch Platz für eine gute Tasse Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen lassen. Im Hofcafé von Familie Schneider am Eingang zur Schlucht lässt es sich im wunderschönen Holzhaus gemütlich am Kachelofen oder bei schönem Wetter auch draußen unter hohen Bäumen herrlich genießen.

 

 

www.hofgut-dapprich.de



Gut Essen, Trinken und Nächtigen, wo Friedrich-Wilhelm Raiffeisen geboren wurde

In der „Alten Vogtei“ fühlen sich Gäste im romantischen Fachwerkambiente gut aufgehoben.

In Hamm an der Sieg wurde 1888 der große Sozialreformer und Erfinder der genossenschaftlichen Idee geboren. Seine Fürsorge für die notleidende Landbevölkerung und der Gedanke der gemeinschaftlichen Unterstützung prägten sein Leben und Wirken im Westerwald. In seinem Geburtsort liegt das romantische Restaurant und Hotel „Alte Vogtei“, wo Daniela und Markus Wortelkamp in außergewöhnlichem Fachwerkambiente gelebte Gastlichkeit bieten. Der große eigene Garten mit vielen Kräutern, Gemüse- und Obstsorten liefert über das ganze Jahr eine gute Inspiration für regionale Genüsse aus der Küche. Wild aus der Graf Hatzfeldtschen Wildkammer, Weine vom Mittelrhein oder Apfelsaft aus heimatlichen Streuobstwiesen unterstreichen die besondere saisonale wie regionale Ausrichtung. Als Mitglied der Romantikhotel-Vereinigung gehört der über Generationen geführte Familienbetrieb zu den besten Adressen für gehobene Gastlichkeit, die der Westerwald zu bieten hat.

 

 

www.altevogtei.de


Den feinen Geistern und flüssigen Elixieren auf der Spur

In der siebten Generation schlägt das Herz der Erlebnisbrennerei Birkenhof für beste Destillate.

In Steffi Klöckners Kopf reifen ständig neue Ideen heran. Sie ist zusammen mit ihrem Mann Peter immer auf der Suche nach neuen Aromen, neuen destillierbaren Ingredienzen und noch faszinierenden Geschmacksbildern. Und dabei haben Sie es schon unter die besten deutschen Destillerien geschafft. Zahlreiche Medaillen und Staatsehrenpreise unterstreichen ihr unermüdliches Streben nach hohen Qualitäten und kreativen Schöpfungen. Das reichhaltige Sortiment beinhaltet echte Westerwälder Klassiker wie Kümmel, Wacholder oder den Christianstropfen, einen Kräuterbitter, der nach alter Rezeptur überliefert, von vielen Westerwäldern seit jeher als wirksame Medizin angesehen wird.

Darüber hinaus glänzen die feinen Obst- und Braudestillate, die alle eine klare und Aromen starke Handschrift besitzen und den jeweils persönlichen Charakter des Brennguts gekonnt einfangen. Zu den weiteren Höhepunkten zählen Whiskeys und Gin, die weit und breit ihren Gleichen suchen.

Die Brennerei bietet über das eigene Besucherzentrum viele Maß geschneiderte Besuche für Gruppen, Workshops und sensorische Verkostungen an.

Und wer zu den Genüssen die Landschaft des schönen Nistertals mit inhalieren möchte, der sucht sich einen grünen Platz im neu angelegten Themenarten der Brennerei.

 

 

www.birkenhof-brennerei.de

 

 



In schönsten Gärten unterwegs