Genussreich zwischen Himmel und Hölle

Die Rheingauer Gemeinde Assmannshausen ist bekannt für ihre exzellenten Rotweinlagen. Seit einiger Zeit erobern aber auch Garten- und Wildkräuter die Kochtöpfe der dortigen Hotels. Mit Wildbret aus dem nahen Taunus ein perfekter kulinarischer Dreiklang durch alle Jahreszeiten.

Bevor sich der Fluss in die romantischen Windungen des oberen Mittelrheintales verabschiedet, darf er breit ausladend von Mainz und Wiesbaden kommend seine ganze majestätische Schönheit zeigen. Er ist für das milde Klima hier maßgeblich verantwortlich, was schon vor über 1000 Jahren erkannt wurde. In der Pfalz zu Ingelheim, auf gegenüber liegendem Rheinufer gelegen, hielt sich Kaiser Karl der Große gerne auch im Winter auf. Von hier konnte er auf den Rheingau schauen und feststellen, dass dort der Schnee schneller als anderswo schmolz und der Frühling auch früher einkehrte. Die Kenntnis über das besonders milde Klima brachte den Weinbau schon früh in diese gesegnete Gegend, wofür die Region bis heute bekannt und berühmt ist. Riesling aus dem Rheingau steht für besonders filigrane, elegante Weißweine. In Assmannshausen regiert jedoch der Rotwein in Form des rubinroten und samtweichen Spätburgunders. Eine rote Insel im weißen Rebenmeer. Die beste Lage dort heißt Höllenberg. Und er bringt himmlisch gute Tropfen hervor.

 

Assmannshäuser Pioniergeist in Sachen Rheingauer Wildkräuter

Vor wenigen Jahren haben sich dort am Höllenberg, aber auch in weiteren Weinbergslagen einige Assmannshäuser Köche mit grünem Spürsinn genau umgesehen. Das milde Weinbauklima bringt eben nicht nur gute Weine, sondern auch eine besondere Vielfalt an essbaren Wildkräutern hervor. Wilder Feldsalat schmeckt besonders nussig, die wilde Rauke wesentlich aromatischer als ihre zahme Kulturverwandtschaft und der wilde Fenchel mit seinen filigranen Wedeln bietet sowieso eine berauschende Duftexplosion. Diesen fast vergessenen Gaben von Mutter Natur bedienen sich vier miteinander kooperierende Hotels, die sich als die Assmannshäuser Kräuterwirte zusammen geschlossen haben.

Wandern, Wein und Wildkräuter

Wer Lust hat, kann mehrmals im Jahr an einer geführten Kräuterwanderung teilnehmen, die mitunter auch mit einem wunderbaren Mehrgängemenü in den Weinbergen und beindruckenden Ausblicken auf das Rheintal gekrönt wird. Der Wildkräuterwanderweg steht aber auch außer diesen Zeiten ganzjährig zum Erleben zur Verfügung. Dort lässt sich über mehrere Kilometer Strecke auf rund 25 Infotafeln die Assmannshäuser Wildkräuterwelt auf eigene Faust entdecken. Immer von schönen Ausblicken und abwechslungsreicher Rheinlandschaft begleitet.

 

Den nördlichen Teil des Rheingaus erwandern, den Geschichten der Wildkräuter lauschen und dabei einen formidablen Rheingauer Wein genießen. Das ist schon ein Stück Himmel auf Erden!


Den verzauberten Niederwald entdecken

Er muss ein wahrer Romantiker gewesen sein. Graf von Ostein erschuf hier vor über 250 Jahren an der Bergkante des Rheintals einen wahren Zauberwald.

 

Durch besondere Kleinarchitekturen wie die Ruine Rossel oder die Zauberhöhle, aber auch prächtige Ausblicke wie den Rittersaal oder den der Antike entliehenen Monopteros Rundtempel erzeugte der Graf besondere Stimmungen bei seinen Besuchern. Im späten 19. Jh. wurde die Germania, die sogenannte Wacht am Rhein, an exponierter Stelle als überdimensionales Denkmal mit mächtiger weiblicher Bronzefigur, errichtet. Einen Besuch des Niederwald-Denkmals mit umgebenden Landschaftspark lässt sich wunderbar zu einer Rundtour gestalten. Von Assmannshausen nach Rüdesheim besteigt der Besucher ein Schiff und genießt eine kurze aber schöne Rheinschifffahrtstour, die ihn auch am Sagen umwobenen Binger Mäuseturm und der Burgruine Ehrenfels vorbei führt. In Rüdesheim angekommen geht es durch die engen Altstadtgassen zur Seilbahn, die sanft über Stadt und Rebhänge dem geschäftigen Treiben bald entsteigt. Die Stille, das sanfte Schweben und die fantastischen Ausblicke sind unvergesslich. Oben an der Bergstation angekommen führen Wege durch den Ostein-Park zum Jagdschloss Niederwald oder auch entlang der Weinberge. Zurück nach Assmannshausen lässt sich wiederum eine Seilbahn nutzen oder es wird entlang des beschilderten Wildkräuterwegs ins Tal gewandert, wo zahlreiche Einkehrmöglichkeiten eine Erfrischung, einen Rheingauer Wein und schmackhafte Gerichte bieten.


Wandertipp nicht nur für Kräuterhexen

Der Wildkräuterwanderweg in Assmannshausen stellt über 25 heimische Pflanzenportraits vor.

 

Wozu diente in früheren Zeiten der Spitzwegerich und was hat Frau Holle mit dem Holunder zu tun? Wieviel Kraft steckt in der Brennnessel und woran lässt sich das echte Johanniskraut erkennen? Viele Fragen beantworten die bebilderten Infotafeln entlang der über 8 Kilometer langen Wegstrecke. Vom Kirchplatz geht es langsam in Serpentinen durch die Weinberge, vorbei am Rotweintempel, der Rast und wunderbaren Rundblick bietet. Wer möchte, erwandert beide Teilabschnitte, die sich beiderseits des Ortes die Höhen entlang ziehen. Wieder unten im Tal sind die vier Kräuterwind-Wirte eine gute Adresse, um sich zu stärken. Unter dem Titel Wildes in der Rotweinzone bieten sie interessante Übernachtungspauschalen und kulinarisch geprägte Wein- und Kräuterveranstaltungen an. Die spezielle kulinarische Kräuterwanderung zusammen mit dem Kräutermarkt im April, die monatlichen Kräuterwanderungen und auch die kulinarische Feuerwerkstafel zum Feuerwerksspektakel Rhein in Flammen Anfang Juli sind Höhepunkte des Jahres. Ob auf den Blumen geschmückten Hotelterrassen der Hotels Unter den Linden oder Zwei Mohren oder im historischen Ambiente des Gasthofs Schuster oder Berg´s Alter Bauernschänke – die vier Gastronomenfamilien Schuster, Schambach, Berg und Klingenburg bietet schmackhafte Küche, einen guten Rheingauer Wein, vielfältige Urlaubsideen und ein Herz für Regionalität.


Hier entdeckt: Der Segelfalter - ein schwereloser Meister der Lüfte

Der imposante Segelfalter gehört zu den größten Schmetterlingsarten in Deutschland.

Nur in sehr wenigen, Wärme begünstigten Regionen wie dem Mittelrheintal und dm Rheingau fühlt er sich wohl. Dort lässt er sich an sonnenwarmen Stellen der offenen Wiesen- und Weinbergsflora mit etwas Glück entdecken. Der taumelnde Segelflug und die schön gezeichneten Flügel lassen jeden Wanderer inne halten und mit den Blicken folgen.


Die frische Küche